Drei Fragen an Herrn Professor Dr. h.c. Herbert Rebscher

Heute beantwortet uns Professor Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, die Fragen

Das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in der Gesundheitspolitik zurzeit in aller Munde. Welchen Stellenwert messen Sie dieser Diskussion bei?
Was macht die DAK-Gesundheit im Bereich BGM?
Welche Vorteile sieht eine Krankenkasse, wie  die DAK-Gesundheit, in der Investition in BGM-Maßnahmen?

Drei Fragen – Drei Antworten

Das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in der Gesundheitspolitik zurzeit in aller Munde. Welchen Stellenwert messen Sie dieser Diskussion bei?

Eine große Motivation von Unternehmensverbänden und Politikern ist sicherlich die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Folgen des demographischen Wandels, der sich unter anderem auch in einem zunehmenden Fachkräftemangel ausdrückt, zeichnen sich schon heute ab. Hinzu kommt das Fortschreiten von chronischen Erkrankungen und damit verbundenen krankheitsbedingten Fehlzeiten in vielen Branchen.

Hier sind Politik und Unternehmen gefordert, passende Rahmenbedingungen zu schaffen, um nachhaltig, Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Krankenkassen wie die DAK-Gesundheit unterstützen die Unternehmen hierbei und haben auch die Möglichkeit, eigene Akzente zu setzen. Als Beispiel möchte ich das Thema psychische Erkrankungen nennen. Hier bieten wir eine Palette von Modulen zur Verfügung. Sie reichen von der Analyse durch Mitarbeiterbefragungen  bei Prozessberatung und Führungskräfteschulungen bis hin zu Online-Coachings und verhaltensorientierten Maßnahmen wie Stressbewältigungskursen. Das Engagement im Betrieb hat den Vorteil, dass wir alle Mitarbeiter im Umfeld ihres Arbeitsplatzes erreichen können. Das geplante Präventionsgesetz wird sicherlich die Anstrengungen aller Kassen im BGM noch weiter erhöhen. Der Gesetzgeber sieht u.a. vor, dass die Kassen ab 2016  140 Mio. Euro für betriebliche Gesundheitsförderung ausgeben sollen.

Was macht die DAK-Gesundheit im Bereich BGM?

Die DAK-Gesundheit ist schon seit vielen Jahren in den Bereichen Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung gut aufgestellt. Durch unsere Fusion mit mehreren Betriebskrankenkassen haben wir auch den Zugang zu vielen großen und bekannten Unternehmen gefunden. Diese werden von uns mit einer eigenen Abteilung Key Account Management im BGM betreut.

Ein anderes Beispiel: Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kaum Instrumente haben, um betriebliche Gesundheitsförderung umzusetzen. Die DAK-Gesundheit hat hierfür ein eigenes KMU-Konzept entwickelt. Wir beraten und unterstützen kleine und mittlere Unternehmen mit speziellen BGF-Modulen. Dies erfolgt in der direkten Ansprache der Geschäftsführung oder im Rahmen von Netzwerktreffen.

Welche Vorteile sieht eine Krankenkasse, wie  die DAK-Gesundheit, in der Investition in BGM-Maßnahmen?

BGM wird in einigen Kassen vor allem als Marketing- und Vertriebsinstrument gesehen. Unser Ansatz geht jedoch deutlich weiter. Deshalb haben wir bewusst das BGM in unseren Geschäftsbereich Gesundheits- und Versorgungsmanagement integriert. Hier können wir durch unsere Regionalzentren – basierend auf dem guten Kontakt zu vielen Unternehmen – Maßnahmen zur Verringerung der Länge und Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit anbieten. Ergänzt wird dies auch durch Programme zur Verhaltensprävention. Und hiervon profitieren nicht nur die Unternehmen. Als Krankenkasse verfolgen wir das Ziel, langfristig unsere Leistungsausgaben, z.B. in Form von Krankengeldzahlungen, zu senken.